News

N  E  W  S

 

17.05.2018: Österreichische Skispringer starten in die Saisonvorbereitung - Comeback vom Kofi!!

Die österreichischen Skispringer starten mit dem ersten Trainingskurs auf dem Stubaier Gletscher in die Mission Heim-WM. Routinier Andreas Kofler meldet sich nach langer Erkrankung zurück, Daniel Huber muss pausieren.

Die österreichischen Skispringer sind in die Mission Heim-WM gestartet. Rund 280 Tage vor Beginn der Titelkämpfe in Seefeld haben die Athleten der Alpenrepublik den ersten gemeinsamen Trainingskurs unter Leitung des neuen Cheftrainers Andreas Felder absolviert. Auf 3000 Höhenmetern wurden am Stubaier Gletscher auf selbstgebauten Mini-Schanzen die ersten Sprünge in die neue Saison gemacht.

Neben den österreichischen Top-Athleten um Stefan Kraft, Gregor Schlierenzauer, Michael Hayböck und Clemens Aigner haben mit Daniela Iraschko-Stolz, Eva Pinkelnig und Julia Huber auch drei Skispringerinnen am Trainingsauftakt teilgenommen.

Kennenlernen und Abstimmung der WM-Vorbereitung

„Der erste Trainingskurs war vor allem ein gegenseitiges Kennenlernen und wir haben geschaut, dass wir in verschiedenen Bereichen schnell die richtige Abstimmung finden. Es war ja das erste Mal, dass die Mannschaft mit uns als neuem Trainerteam über mehrere Tage zusammengearbeitet hat“, bilanziert Felder das erste gemeinsame Training: „Ich glaube, die Burschen und auch wir Trainer konnten alle viel mitnehmen. Die Woche hier oben am Gletscher stimmt mich sehr optimistisch für die neue Saison.“

Kofler meldet sich zurück

Der 34-jährige Routinier Andreas Kofler war erstmals seit den österreichischen Meisterschaften im Vorjahr wieder bei einem gemeinsamen Training dabei. Nach einer langwierigen Autoimmunerkrankung ist der 34-Jährige laut Mitteilung des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) wieder auf dem Weg der Besserung.

Besonders erfreulich: Auch Routinier Andreas Kofler (34) war erstmals seit den österreichischen Meisterschaften im Vorjahr wieder bei einem gemeinsamen Teamtraining dabei. Nach einer langwierigen Autoimmunerkrankung ist der mehrfache Medaillengewinner bei Großereignissen nun wieder auf dem Weg der Besserung.

„Ich habe sicher keine einfache Zeit hinter mir, aber ich habe es so gut überstanden, wie es nur gegangen ist. Ich habe mir hier am Gletscher am Anfang schon noch schwer getan, aber ich habe dann immer besser meinen Rhythmus und die richtige Balance bei den Sprüngen gefunden. Gesundheitlich bin ich noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber ich fühle mich wieder gut und kräftig – und ich bin mir sicher: Je länger die Vorbereitung dauert, desto besser geht es mir“, gibt sich Kofler zuversichtlich.

Huber fällt mehrere Wochen aus

Der Salzburger Daniel Huber muss nach dem Trainingsauftakt eine mehrwöchige Zwangspuase in Kauf nehmen: Der 25-Jährige musste sich am Dienstag einer schon länger geplanten Meniskus-Operation unterziehen und fällt nun voraussichtlich vier bis sechs Wochen aus.

Quelle: www.skispringen.com

 

08.12.2017: Autoimmunerkrankung stoppt Kofi!

Wir wünschen gute Besserung!

Autoimmunerkrankung stoppt Kofler: “Wollte es nicht wahrhaben“

Der Körper spielt nicht mehr mit: Vize-Olympiasieger Andreas Kofler erzählt im TT-Interview von seiner Skisprung-Krise.

Innsbruck — Andreas Kofler fühlt sich träge, die Leichtigkeit ist dahin. Nach einem Tag Sprungtraining auf der Toni-Seelos-Schanze in Seefeld muss er zwei Tage pausieren. Während die ÖSV-Adler am Wochenende beim Weltcup in Titisee-Neustadt (GER) abheben, kämpft sich der 33-jährige Stubaier nur langsam zurück. Im TT-Gespräch erzählt der Vize-Olympiasieger 2006 und Tourneegewinner 2009/10, warum der Sprung aus der Krise für ihn so schwierig ist.

Herr Kofler, seit dem 17. September (Continentalcup Trondheim, Anm.) haben Sie keinen Wettkampf mehr absolviert. Es ist ruhig um Sie geworden ...

Andreas Kofler: Ich habe mich sportlich und privat zurückgezogen. Grund ist eine Autoimmunerkrankung, mit der ich mich schon eine Zeitlang ­herumplage. Im Herbst war die schwierigste Phase, nun schaue ich, wieder gesund zu werden und mein „Akku-Problem" zu lösen. Ich hab' in der Saisonvorbereitung Vollgas gegeben, aber bin immer schwächer geworden. Mein Körper bekämpft die eigenen Zellen. Ich wollte es zuerst nicht wahrhaben. Irgendwann musste ich es annehmen.

Was genau macht Ihnen zu schaffen?

Kofler: Es ist eine körperliche Geschichte. Ich hab' keine mentalen Probleme. Im Gegenteil. Ich bin motiviert und will weiterkommen im Springen. Ich merke jedoch, dass mein Energiehaushalt nicht stimmt. Ich musste das Training reduzieren.

Wann haben Sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Kofler: Im letzten Winter war schon spürbar, dass mit meinem Körper etwas nicht ganz in Ordnung ist. Es ging schleichend. Erst im Herbst habe ich die Diagnose bekommen. Es braucht Zeit, gesund zu werden, und das ist die größte Herausforderung, dem Körper die Zeit zu geben. Ich muss den Akku laden, sonst werde ich im Weltcup keine Sprünge mehr machen.

Als Sportler ist man es gewohnt, zu funktionieren. Wie schwer fällt es, in einer Olympia-Saison zu pausieren?

Kofler: Sehr schwer — und daran habe ich zu „kiefeln". Ich habe mir innerlich Ziele gesteckt. Nun muss ich mir bewusst werden, dass ich dazu den Körper brauche und nicht nur vom Kopf her bereit sein muss. Man bereitet sich im Herbst auf den Saisonauftakt und die Highlights Tournee und Olympia vor, und dann ist man nicht konkurrenzfähig. Ich habe mich seit 15 Jahren auf den Körper verlassen können und jetzt gibt er mir Zeichen. Entweder ich haue drauf, aber dann zwingt er mich in die Knie. Oder ich schaue, dass er sich wieder erholt.

Wann wollen Sie wieder zurück im Weltcup sein?

Kofler: Ich setze mir kein zeitliches Limit. Das geht nicht mit Druck. Wenn man sich die Hand bricht, weiß man, es gibt einen Gips für sechs Wochen, und dann fängt man wieder langsam an. Keiner weiß bei mir, wie lange es dauern wird.

Wer unterstützt Sie auf dem Weg zurück?

Kofler: Ich bin sehr froh, dass ich meine Partner Polizei und ÖSV habe. Cheftrainer Heinz Kuttin und Florian Liegl haben gesagt, dass ich mich nicht verstecken brauche und sie hinter mir stehen. Sie fragen immer wieder, wie es mir geht, und geben mir das Gefühl, dass ich wieder dabei sein darf, wenn ich fit genug bin. Ich will wieder anklopfen.

2017 war für Sie ein turbulentes Jahr. Sie mussten bei der WM in Lahti zuschauen, im Mai wiederum haben Sie Ihre Freundin Mirjam geheiratet ...

Kofler: Die Hochzeit am Bergisel mit meiner Mirjam war das größte Glück. Ich könnte mir nichts Besseres wünschen. Die Unterstützung ist da von ihr und von meiner Familie. Auch meine Freunde geben mir sehr viel Kraft. Sportlich war das Jahr zach. Es ist mir nichts von der Hand gegangen. Die letzten Jahre waren durchwachsen — ein ewiges Auf und Ab. Vor einem Jahr bin ich in Engelberg noch Dritter geworden. Bei der Tournee war ich dann krank.

Welches Ziel haben Sie sich noch gesteckt?

Kofler: (denkt nach) Lässig wäre, bis zur Heim-WM 2019 zu springen. Das wäre ein schöner Karriereabschluss. Das ist mein langfristiges Ziel, und da will ich hin. Es lässt sich viel planen, aber es kommt oft anders, als man es sich erhofft.

Ist diesen Winter noch eine Rückkehr in den Weltcup möglich?

Kofler: Ich möchte definitiv im Weltcup springen. Aber davor müssen gewisse Sachen passen. Ich fliege am Sonntag nach Lillehammer und trainiere dort mit Michael Hayböck und Markus Schiffner, die derzeit auch nicht in Form sind. Da habe ich einen Vergleich und darauf freue ich mich.

In Lillehammer haben Sie 2011 zweimal gewonnen. Gibt die Erinnerung daran Auftrieb?

Kofler: Ja, aber das ist nicht wichtig: Ich bin bei der Olympia-Generalprobe in Sotschi Dritter und Erster geworden. Bei Olympia hatte ich dann enorme Schwierigkeiten. Man kann den Erfolg nicht festhalten.

Noch zu einem anderen wichtigen Thema: Wie sehen Sie eigentlich als Stams-Absolvent die Debatte um Missbrauch im Skisport?

Kofler: Insgesamt war Stams für mich eine schöne Zeit. Die ersten zwei Jahre waren schwierig, weil mir die Scheidung meiner Eltern zusetzte. Das hat sich sportlich und schulisch ausgewirkt. Von Vorfällen ist mir nichts bekannt, es kann aber auch sein, dass das meiste vor meiner Zeit passiert ist.

Das Interview führte Benjamin Kiechl

Quelle: TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe